Stadtgeschichte

Wiener Gassennamen: Was hinter Taubstummengasse, Naglergasse & Co. steckt

Viele Wiener Straßennamen erzählen Stadtgeschichte – von alten Handwerken bis zu historischen Institutionen. Eine Spurensuche durch kuriose Gassennamen.

Von Anna Leitner 3 Min. Lesezeit
Kopfsteingepflasterte Gasse mit Biedermeier-Fassaden in Wien
Kopfsteingepflasterte Gasse mit Biedermeier-Fassaden in Wien

Wer durch Wien spaziert, liest auf den blauen Straßenschildern ein Stück Stadtgeschichte. Rund 6.000 Straßen, Gassen und Plätze gibt es in der Stadt – und viele ihrer Namen gehen auf Handwerke, Institutionen, Hausschilder oder Persönlichkeiten zurück, die längst verschwunden sind.

Ein bekanntes Beispiel ist die Taubstummengasse im 4. Bezirk, Wieden. Sie erinnert an das Taubstummeninstitut, das im späten 18. Jahrhundert gegründet wurde und als eine der ersten derartigen Einrichtungen im deutschsprachigen Raum gilt. Heute kennen viele den Namen vor allem von der gleichnamigen U1-Station.

In der Inneren Stadt verraten viele Gassen, welches Gewerbe dort einst ansässig war: In der Naglergasse arbeiteten Nagelschmiede, die Färbergasse erinnert an Färber, und die Wollzeile verweist auf den mittelalterlichen Wollhandel. Auch die Bäckerstraße und der Fleischmarkt tragen ihre Geschichte im Namen.

Andere Namen stammen von Hausschildern, mit denen Gebäude vor Einführung der Hausnummern gekennzeichnet wurden – etwa die Schönlaterngasse, benannt nach einer kunstvollen Laterne an einem Haus. Wieder andere ehren Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik; über neue Benennungen entscheidet heute der Kulturausschuss der Stadt.

Tipp für einen Spaziergang: Starten Sie bei der Wollzeile, gehen Sie über die Bäckerstraße zur Schönlaterngasse und weiter Richtung Fleischmarkt – auf wenigen hundert Metern erzählen die Schilder mehrere Jahrhunderte Wiener Alltagsgeschichte. Mehr über die Bezirke lesen Sie in unserem Überblick Die 23 Wiener Bezirke.

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