Stadtgeschichte

Die Wiener Ringstraße: Wie aus der Stadtmauer ein Prachtboulevard wurde

Vom Abriss der Basteien bis zur Oper: Die Geschichte der Wiener Ringstraße, ihre wichtigsten Bauten und Tipps für eine Runde mit der Straßenbahn.

Von Anna Leitner 3 Min. Lesezeit
Wiener Staatsoper an der Ringstraße mit roter Straßenbahn im Abendlicht
Wiener Staatsoper an der Ringstraße mit roter Straßenbahn im Abendlicht

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Wiens Innenstadt von einer mächtigen Stadtmauer mit Basteien und einem breiten Glacis umgeben. 1857 ordnete Kaiser Franz Joseph den Abriss der Befestigungen an – der Startschuss für eines der größten Stadtbauprojekte Europas.

Auf dem frei gewordenen Gelände entstand die rund fünf Kilometer lange Ringstraße, 1865 feierlich eröffnet. Entlang des Boulevards errichteten Staat, Stadt und wohlhabendes Bürgertum in den folgenden Jahrzehnten repräsentative Bauten im Stil des Historismus – die sogenannte Ringstraßenära.

Zu den bekanntesten Gebäuden zählen die Staatsoper, das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum, das Parlament, das Rathaus, das Burgtheater und die Universität. Jedes Gebäude greift einen historischen Baustil auf, der zu seiner Funktion passen sollte: Gotik für das Rathaus, Antike für das Parlament, Renaissance für die Universität.

Daneben entstanden prächtige Palais und Zinshäuser, in denen Industrielle, Bankiers und Adelige wohnten. Die Ringstraße wurde so zum Schaufenster der aufstrebenden Großstadt – und ist heute Teil des UNESCO-Welterbes „Historisches Zentrum von Wien“.

Tipp: Die Straßenbahnlinien 1 und 2 befahren große Teile des Rings. Wer in Ruhe schauen will, nimmt sich Zeit für eine Runde und steigt bei Oper, Parlament oder Rathaus aus. Weitere Hintergründe zur Stadt lesen Sie in Die 23 Wiener Bezirke im Überblick.

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