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Wahlärzte müssen Rechnungseinreichung für Patienten übernehmen

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Angesichts der langen Wartezeiten auf Kassenarzttermine fühlen sich immer mehr Patienten gezwungen, auf einen Wahlarzt zurückzugreifen. Dort müssen sie zwar die Kosten selbst tragen, können jedoch einen Teil davon durch Einreichung der Rechnung bei ihrer Krankenkasse zurückerstattet bekommen. Ab dem 1. Juli wird dieser Prozess erleichtert: Ärzte sind dann gesetzlich verpflichtet, die Einreichung der Rechnungen zur Kostenerstattung online für die Patienten zu übernehmen, wenn sie dies wünschen. Dies wird von der (ÖGK) Österreichischen Gesundheitskasse als Schritt in Richtung besseres Service bewertet, wie Generaldirektor Bernhard Wurzer betont. Die elektronische Einreichung wird die Bearbeitungszeit verkürzen, sodass die Patienten schneller 80 Prozent des jeweiligen Kassentarifs zurückerhalten können. Das Ziel ist es, die Bearbeitungszeit auf zwei Wochen zu reduzieren, während sie derzeit drei bis vier Wochen beträgt, manchmal sogar länger.

Auch für die Wahlärzte, die das bestehende System “WAH Online” nutzen müssen, wird dies als Vorteil angesehen. Wahlzahnärzte sind von dieser Regelung ausgenommen. Es wird eine Bagatellgrenze für den Jahresumsatz geben, unter der nur gelegentlich tätige Ärzte nicht verpflichtet sind, das Abrechnungssystem zu verwenden oder sich um die Einbindung in ihre Praxissoftware zu kümmern. Die genaue Höhe dieser Grenze wird noch verhandelt. Wenn sie ähnlich wie die Registrierkassenpflicht bei 15.000 Euro festgelegt wird, würden mehr als 90 Prozent aller Fälle abgedeckt, so Wurzer. Im Jahr 2022 betrugen die Ausgaben der ÖGK für wahlärztliche Leistungen 184 Millionen Euro, was 6,6 Prozent der Ausgaben für den niedergelassenen ärztlichen Bereich entspricht. Insgesamt gab die Kasse 2,8 Milliarden Euro für Leistungen von Vertrags- und Wahlärzten aus.

Für das neue System ist die Nutzung der E-Card beim Wahlarzt nicht erforderlich. Doch ab dem 1. Januar 2025 werden sie an die E-Card angeschlossen und die Nutzung der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA wird für die Wahlärzte obligatorisch sein. Der Roll-out dafür läuft, und der Dachverband der Sozialversicherungsträger ist dafür zuständig.

Die Ärztekammer sieht die neue Regelung als noch nicht abgeschlossen an. Es bestehen weiterhin große Unsicherheiten bei den Ärzten, da unklar ist, wer zur Teilnahme verpflichtet ist und wer nicht, bemerkte die Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte, Naghme Kamaleyan-Schmied, am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag.

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